Mittwoch, 27. Juli 2011

Rion - Satisfaction

Mit dem Rücken im Stroh liegend schloss er für kurz die Augen. Der Geruch des Heus war allgegenwärtig. Die einbrechende Nacht war kühl, es fröstelte ihn, so zog er den anderen eng an sich. Er vergrub das Gesicht an der starken Schulter.

Wohin würden seine Schritte ihn nur führen..
Lange Zeit war es her, da hatte seine Reise her, unendliche Weiten von Zeit lagen hinter ihm.. kaum konnte er sich erinnern, wie damals sein Weg ihn fortgeführt hatte, aus dem heiligen, sicheren Heim. Er rannte, rannte ewig, ohne das Zeil zu kennen, ohne es auch nur erahnen zu können. Auf der Flucht vor sich selbst, vor der brutalen Macht des Krieges schritt er durch Blutlachen, über die zerstückelten Leichen seiner Freunde, seiner Familie, der Menschen, die er einst liebte.

Rion schlang die Beine um den Leib des Anderen, küsste ihn, zog ihm das Hemd aus. Zog sich selbst den Pullover vom Leib. Mager war er und bleib, rein wie Schnee seine Haut. Seine Haut berührte die des Franzosen. Er presste sich an ihn, vergrub die Hand in den blonden Haaren und stöhnte ihm leis' ins Ohr. Ihm war warm und seine Wangen waren rosig, die Farbe von jungen, gerade aufgegangenen Blüten. Seinen Ständer presste er gegen den Schritt des Anderen.

Blut. Verderben. Zerstörte Leibe in den Sand gedrückt, Gras besudelt mit roter, klebriger Soße. Der Geruch von Schiesspulver in der Nase. Rennen, unendliches Rennen, davonrennen, überleben. Sag mir, dass du mich liebst, bevor du vor meinen Augen sterben könntest. Das Leben ist zu kurz, um an etwas festzuhalten. Wir alle sind Gefangene unserer selbst, wir alle sind so zerbrechlich, so sterblich.

Ihm war zum weinen zu Mute. Eigentlich. Trauer und Einsamkeit zerrissen sein Herz. Er wollte sich nicht fremden Männern an den Hals werfen, doch diese unendliche Tristesse in ihm war unstillbar und nicht zu besiegen, er wollte sie nur endlich verstummen lassen und seinen kläglichen Kummer und die Sehnsucht stillen. Tränen rannen aus seinen geschlossen Augen sein Gesicht herunter. Nackt lagen sie nun da und er strich über Jules' Nacken, durch sein schönes, blondes Haar. Verloren in diesem Gold liess er schliesslich los.
"Lass mich nichts mehr denken.."

Wie auf einem Tassenkarussel, dass sich zu schnell dreht.

Er spürte ihn in sich und schrie auf. Er presste ihn an sich, so fest er konnte, er rammte ihm die Fingernägel in den Rücken und biss ihm in die Schulter. Schmerzen, unendliche, widerwärtige, mit Lust getränkte Schmerzen, als sich die Hüften des Stärkeren anfingen zu bewegen. Jeder Stoss war wie eine Kugel in sein Hirn. Rion schmiss den Kopf zurück und verdrehte die Augen. Kein Gedanke mehr. Nichts mehr. Zitternd stöhnend, hoch gerötet, Schweiss, der seinen Körper hinaus in das stechende Heu floss. Fiel zu schnell kam er mit einem kurzen Aufschrei, als das warme Gift in ihn schoss. Den Nacken durchstreckend ergab er sich dem Moment. Liess sich hinuntersinken und hechelte nach Luft. Als sie sich lösten, rann das Blut in einem Rinnsal aus ihm heraus. Er schloss die Augen. Lächelnd drehte er sich auf die Seite.
"embrasse-moi.. j'ai froid.."
Leich zitternd rollte er sich zusammen, spürte warme Arme sich um ihn schlingen. Er schluchzte leise auf. Was konnte er eigentlich mehr verlangen..?

1 Kommentar:

  1. Oldies:
    http://www.youtube.com/watch?v=A66zaD7mlxQ
    or http://youtu.be/ECJWMewJFW4
    XD

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