Donnerstag, 4. August 2011

Jules - Cheri

Hechelnd und schweissüberströmt legte er sich ins knisternde Heu nieder, schlang die Arme um den zitternden, erhitzten Körper seines Liebhabers und drückte ihn eng an sich. Ihre Haut klebte aneinander, alles roch Sperma und ihre gleichmässiger werdenen Atmenzüge war das einzige Geräusch, das die Stille der Nacht durchbrach. Jules überlief ein wohliger Schauer und er hauchte Rion feuchte Küsse in den Nacken. Der Biss, den er vom Liebeskampf davon getragen hatte pochte angenehm. Wie üblich überkam den jungen Franzosen schleichend ein unerwünschtes Schamgefühl doch war der Tag nur allzu anstrengend gewesen und Jules fühlte sich wie erschlagen. Seine Muskeln entspannten sich und er lockerte die Umarmung als er zufrieden einschlief.

Als er die Augen aufschlug hatte Rion seinen mageren, weissen Leib wieder unter seinen übergrossen schwarzen Klamotten versteckt. Verschlafen räkelte Jules sich im Heu und blinzelte den anderen unschuldig an, als der auf ihn aufmerksam wurde. Da er keine grosse Lust hatte, den Rest der merkwürdigen Gruppe wieder zu sehen liess er sich mit dem Anziehen viel Zeit und trödelte so lange lustlos herum, bis der Dunkelhaarige ungeduldig wurde, Jules am Handgelenk packte und hinter sich her zog. Dieser zierte sich zwar noch, freute sich aber insgeheim über den neuen Spielgefährten.

Allerdings blieben ihm diese Glücksgefühle im Halse stecken und die aufkommenden Schmetterlinge im Bauch verwandelten sich in Steine, die ihm Magenschmerzen verursachten als er in das Haus eintrat, dass die jungen Männer bewohnten, die Gestern seinen Bruder und dazu sämtliche Menschen, zu denen er noch irgendeinen Bezug gehabt hatte, brutal hingerichtet hatten. Scheu stand er in der Tür während Rion durchaus mutiger war und sich nach dem Zustand des auf dem Sofa liegenden riesigen Kerls erkundigte, den Jules auch nur zu gut in Erinnerung hatte. Unbewusst starrte er Zig Zag an und seine Wangen röteten sich vor Scham. Nervös blickte er sich weiter im Raum um. Neben dem Sofa sass dieser Kerl mit den dunklen Locken und machte einen übernächtigten und etwas mürrischen Eindruck. In einer Ecke kniete der Rotschopf, der Gestern noch sein Gefangener gewesen war, redete besänftigend auf den furchteinflösenden Jungen mit den wilden Augen ein und wickelte ihm einen dicken Verband um den rechten Unterarm, was der andere nur widerwillig geschehen liess. Da hob der Lockenkopf, der hier offenbar sehr viel zu sagen hatte das Kinn an und richtete seinen Blick auf Jules. "Frühstück? Können wir glaub ich grad alle brauchen..". Rion stand inzwischen wieder neben seinem neuen Freund. Obwohl das eindeutig eine Einladung zu sein schien tasteten sich die Finger des Blonden hilfesuchend zu Rions Hand vor und umklammerten diese.

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