Sonntag, 21. August 2011

Francis - Frühstück

Klar brauchte er Stoff. Sein bester Freund war immer schon so gewesen. Zumindest seit Francis ihn kannte und das zählte nunmal einiges, denn nach der "Apokalypse" hatten alle irgendwie wieder bei Null angefangen. Familie und Freunde waren meist tot und so musste man als neuer Mensch auferstehen, sich wie Phönix aus der Asche erheben und dann zusehen, dass man sich neue Freunde und eine neue Identität suchte um wieder so eine Art Leben führen zu können. Zig Zag war eben ein Kiffer und das hatte Francis auch nie gestört. Es war so völlig natürlich, dass es ihm jetzt dreckig ging und er erstmal eine rauchen musste.

Trotzdem wurmte den Amerikaner irgendetwas, aber wenn er sich bemühte, das nagende Gefühl in seiner Bauchgegend zu definieren, machte es sich rar und war kaum mehr greifbar. Daher beschloss er, es als Magenknurren abzutun und sich an's Frühstück zu machen. Wärhend Zig Zag mit Kya, ihrem neusten Gruppenmitglied (wenn man mal von den komischen zwei Gestalten absah, die plötzlich auch zu ihnen zu gehören schienen) nach draussen verschwand, um sich wieder ein bisschen lebenswichtigen Nebel in's Hirn zu pusten, durchwühlte Francis die Essensvorräte und zerbrach sich den Kopf darüber, was er daraus essbares zaubern könnte. Dabei fiel ihm auf, dass er noch nie wirklich gekocht hatte. Irgendwie hatten das immer andere für ihn erledigt und er hatte sich so 100%-ig darauf verlassen, dass ihm diese rohen Zutaten ziemlich bedrohlich vorkamen, wie sie ihn so anstarrten und ihn herausforderten, etwas Leckeres aus ihnen zuzubereiten.

Vollkornbrot aus der Dose, Orangenmarmelade, eine angesägte Stange Salami, eine Dose Pfirsiche, Instant Capuccino Pulver. Während er Wasser erhitzte, beschmierte er liebevoll Brote mit der Marmelade oder legte dicke Scheiben Salami darauf. Wenig später standen genug bunte Partypappteller mit Broten und ein wenig Obst auf dem Boden und neben jedem Teller noch eine Tasse dampfender Capuccino. Francis war so stolz auf sein Werk, dass er den Kopf hob und fröhlich alle zum frühstücken animieren wollte. Sein Blick fiel dabei auf Rion, der das Schauspiel offenbar sehr skeptisch beobachtet hatte und sich dabei ausserdem von seinem neuen Lover ablenken liess. Francis' Wangen färbten sich dunkelrot, vermutlich vor Scham.

Schweigend kaute er auf seinem Stück Brot herum, bis sein Blick auf den Rotschopf fiel, der Zig Zag so professionell verarztet hatte. "Und wer bist du?" fragte er zwischen zwei Bissen und zuckte merklich überrascht zusammen als die rothaarige Schönheit ihn mit tiefer Männerstimme verriert, dass "sie" Max hiess und von Rion gerettet wurde. "So, so.." wandte er sich mit einem neckischen Tonfall in der Stimme an den Briten, "Find ich richtig gut von dir.". Kya und Zig Zag standen vermutlich noch draussen und rauchten ihren Joint auf. Glücklicherweise konnte das karge Frühstück, das Francis da bereitet hatte nicht kalt werden. "Wir ziehen nachher weiter würde ich sagen. Ich glaube kaum, dass es hier noch viel zu holen gibt."

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