Dienstag, 9. September 2014

Kya - dem Wolf »auf dem Schwanz getreten«*


Weinen? Weinen! Dieser Fickfehler von einem jämmerlichen Franzosen weinte tatsächlich vor Kyas Augen, anstatt wie jeder halbwegs normale Mensch den Weg zu ihren Vorräten zu zeigen. Die dunklen Augen des Loren weiteten sich noch mehr in Wut und Wunder. Am liebsten wollte er diese Pissfliege hier – wörtlich – anpissen und mit seinen Stiefeln zertreten, wäre er nur nicht der einzige, der ihre Suche nach Essen kürzen und vereinfachen könnte, was der Lore allmählich bezweifelte. Nun, als wäre der Abowichser nicht schon nutzlos genug, musste er auch losrennen! Diese Analfrosch, der bis vor einer Stunde nichts weiteres als ein Fickloch zuerst für die Franzosen, dann für Ziggy und am Ende für Rion war, rannte jetzt so einfach weg!
Es bestand kein Zweifel, dass man in Frankreich den Kindern nichts über Loristan beibrachten und nichts darüber, dass man einem Korre Lor (=lorischer, junger Mann) nicht so leicht entkam, wie einem französischen Jammerschwein. Vielleicht war Rion auch anstatt in eins seiner Löcher direkt in den Schädel dieses Zuchtfehlers gekommen, sodass er nur Sperma anstatt Hirn hatte. Kyas wurde sich also nicht mit rumstehen, glotzen und schimpfen zufrieden geben. Er folgte dem Franzosen, begab sich jedoch etwas abseits der Straße. Dieser Wichshirn war ja mit seiner Sippe eine Weile hier gewesen und kannte sich in den Straßen besser aus. Praktisch war es also absolut nicht, einen anderen Weg zu gehen. Es kam zu Kyas Glück gleich ein Schulgebäude, das er gut ausnutzen konnte. Es wurde natürlich Zeit kosten, in ein Haus rein zu gehen und die Treppen zum Dach hoch zu steigen, in diesem kleinen Kaff wurde er aber vom oben sehen können, wo diese Pissfliege war und wohin die Straßen führten.
So lange dauerte es aber nicht, denn er war erst im zweiten Oberstock, als er Spermahirn in eine andere Straße hinbeugen sah. Kugeln waren zu wertvoll, selbst wenn Kya dann alleine ganze drei-vier Tage nach den Vorräten suchen musste. Also schießen wurde er nicht. Er musste schnell in das nächste Klassenzimmer im ersten Stock, von dem aus er einen Blick auf die Nebenstraße halten konnte, wo Spermahirn war. Der Name, den er für das Jammerschwein mit Rions Wichse in sich erfunden hatte, gefiel Kya immer besser. Das Klassenzimmer war so was wie ein AG-Raum, etwas größer und mit schön langen Fenstern zur Straße. In Aufregung über das, was er nun diesem Fickfehler antun wurde, leckte sich der Lore die Oberlippe. Sein Zorn dennoch hatte auch nichts an Intensität eingebüßt. Automatisch griff Kya auf dem Weg zum Fenster nach zwei leeren, verstaubten Eimern, die herum standen. Als er aus dem Fenster blickte aber, stand Monsieur Spermahirn dumm und glotzte um sich herum. Kyas Lippen breiteten sich zu einem Grinsen. Zwei der Fenster waren schon geschlagen, also musste er es nicht riskieren, Prinzesschen mit dem Geräusch eines schwer zu öffnenden Fensters zu erschrecken.
Nun galt es mit der Ruhe zu zielen und treffsicher zu werfen. Klonk, klonk, zielte er die Eimer einen nach dem anderen auf Spermahirn und schleuderte. Der erste traf den Franzosen an der Schulter und der zweite seinen Kopf. Ohne auf das Ergebnis zu warten aber sprang Kya auf die Straße, was möglicherweise unangenehmer war als der erste Eimer, den Spermahirn bekam. Ohne Zeit zu verschwenden aber schlug er mit dem Kolben seiner geliebten Kelasch auf den Schienenbein des Anderen und sprang wieder auf die Beine. “Dschakesch!”, fluchte er endlich wortlaut und haute mit Kelaschs Kolben erneut hin, dieses Mal direkt ins Schlüsselbein des Anderen. Er hatte nicht vor, dem Spermahirn viel Zeit für Angst zu überlassen, griff also als nächstes mit seiner linken Hand nach der Hand dieses Fickfehlers und hiel sie fest in seine überstarke Hand. So wurde er nicht mehr entkommen können. Jetzt drückte er die dünnen Knochen der Hand auf einander. “Essen!”, brüllte er dabei, ließ kurz locker, drückte erneut und brüllte “Essen!” Das wiederholte er in einem 6/8 Takt 8 Mal hinter einander und lockerte wieder. Jedoch nicht so weit, dass Monsieur Spermahirn seine Hand raus ziehen konnte. Inzwischen hatte er ihn auch gegen die Schulwand gedrückt und stand auf dessen Zähen, nicht dass so ein Jammerschwein trotzdem plötzlich zu treten versuchte. “Dein Leben hängt gerade nur von unserem Essen ab.”, sprach er stark betont und mit genug Abstand zwischen den Wörtern. Nun übte er etwas gezielteren Druck auf den Knöchel des kleinen Finger, um dem anderen keinen Zweifel zu überlassen, wie leicht es für Kya war, alle 18 Knöchel an den 10 Fingern eins nach dem anderen zu zerdrücken. “Du zeigst mir euer Essen.” Bei dem Wort »Essen« drückte er wieder die Handknochen auf einander und ließ lockerer. “Essen!”, brüllte er erneut mit einem stärkeren Druck, “Essen!” Das letzte Mal drückte er nicht mehr, sah aber bedrohlich in die hellen Augen des Franzosen, versichernd, dass er dieses Spiel weiter treiben konnte. 

* Jemandem auf dem Schwanz zu treten bedeutet, jemanden richtig sauer  zu machen.