Sonntag, 27. Februar 2011

Max - Märchen sind nicht für Kinder gedacht

Die junge Prinzessin war gerettet worden und doch bahnte sich eine neue Katastrophe an. Wie ein unheilvolles Donnergrollen hallte der einzelne Schuss wider und während die Prinzessin sich immer noch nicht bewegen wollte, hatte ihr tapferer Ritter bereits nach ihrer Hand gegriffen und zerrte sie hinter sich her. Sie stürmten aus dem Turm hinaus mitten in die Gefahr hinein, doch war der edelmütige Retter der Prinzessin in seiner Tollkühnheit und seinem Tatendrang nicht zu bremsen. Er wollte so schnell wie möglich dem zu Hilfe eilen, der da in Bedrängnis geraten war, denn ein Pistolenschuss hier in der Stadt war nur als unheilvoles Zeichen zu deuten. Die nackten Füsse der Prinzessin flogen dahin über den harten Boden, der sie unbarmherzig aufriss und an ihrem linken Knöchel klirrte und rasselte noch ein Rest der Fessel, die sie bis eben noch gefangen gehalten hatte. Was war bloss in den Jüngling gefahren, dass er so losgestürmt war? Sein Herz schien rastlos und er strotzte vor Energie und Heldenmut.

Da kam plötzlich das Unheil auf sie zugestürmt, der Tod näherte sich ihnen unaufhaltsam und wollte sie überrennen, die beiden in einen dunklen Abgrund hinab ziehen. Zwei Männer auf stolzen, kräftigen Hengsten ritten heran, ihre blitzenden Schwerter drohend erhoben und in ihren Augen stand der Blutdurst geschrieben. Ja, diese beiden Männer brannten darauf zu morden und ihre ahnungslosen Opfer hatten sie so eben entdeckt. Ein diabolisches Grinsen entblösste ihre Zähne und liess sie im matten Schein der Nachmittagssonne aufblitzen. Die Prinzessin war starr vor Schreck, wollte aufschreien doch ihr heissblütiger, todesmutiger Ritter zückte entschlossen seine Lanze und stiess zu. Ehe die Männer der Prinzessin Leid antun, ihr auch nur eines ihrer wunderschönen, flammenroten Haare krümmen konnten, hatte ihr Retter einen von ihnen niedergeschreckt. Mit nur einem einzigen kraftvollen Stoss durchbohrte er die Brust des Mannes, so dass dieser vor Schmerz aufschreiend von seinem Pferd fiel und einem kurzen, grauenhaften Todeskampf erlag. Schwer schnaufend senkte der tapfere Jüngling seine Lanze, die sich am Blut seines Gegners gierig satt getrunken hatte.

Max musste sich schwerlich zusammen reissen um nicht kotzen zu müssen beim Anblick des entstellten, zersprengten Fleischklumpens, der einst ein Gesicht gewesen war. Der zweite Mann hatte sich neben seinem Freund auf die Knie geworfen und einen wutentbrannten, verzweifelten Schrei ausgestossen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht, die tränenverhangenen Augen zu Schlitzen zusammengekniffen rammte er dem Braunhaarigen seine Faust in den Magen, dass man meinen wollte er hätte ihm die inneren Organe zerquetscht. Rion ging zu Boden, kassierte einen Schlag in sein hübsches Gesicht, dann übergab er sich. Der rasende Franzose packte den Jungen an den Haaren und zerrte ihn nach oben.

Wie nur war es zu so einem Unglück gekommen? Dem gefallenen Reiter und seinem Kumpanen war ein weiterer Mann zu Hilfe geeilt und während der eine wutentbrannt seinen toten Freund rächte und den edlen Ritter der Prinzessin zu Boden schlug, stürzte der zweite sich auf die Prinzessin selbst, umklammerte ihr schmales Handgelenk und drückte ihr seine rauhen Finger gnadenlos in das zarte Fleisch. So sehr die Prinzessin auch versuchte, sich aus dem eisernen Griff ihres Peinigers zu winden, es wollte ihr einfach nicht gelingen. Alle Hoffnung versiegte, als schliesslich sie und ihr Retter abgeführt wurden wie zwei Kriegsgefangene, Für die Schmach, die sie den drei Männern bereitet hatten würden sie büssen müssen. Die Prinzessin befand sich einmal mehr in der Gewalt der Söldner und diese wollten sie kein zweites Mal fliehen lassen. Doch, oh, welch grausames Schicksal würden sie für den kühnen Jüngling erwählen, der es gewagt hatte, ihnen ihr kostbares Kleinod zu entreissen. Die Prinzessin erschauderte.

Sie wurden geschubst, gezerrt, getreten und vorwärts getrieben wie Vieh. Wo die Soldaten sie hinschleppten war eigentlich völlig egal. Sie würden sie ficken und anschliessend töten. Max brach es das Herz, dass er den anderen Jungen da mit hinein gezogen hatte. Immer noch war ihm fürchterlich übel, doch liessen die Soldaten ihm keine Zeit, sich zu erbrechen. Er war nicht in der Lage den Kopf zu heben, er fühlte sich so unendlich schwer an. Scheisse! So wollte er nicht sterben. Eigentlich wollte er überhaupt nicht sterben.

Da standen sie plötzlich vor einem weiteren Mann, der einen anderen mit einer Waffe bedrohte. Scheinbar hatte er ihn verwundet, denn der hielt sich den linken Arm und Blut lief ihm über die Hand. Als der Verwundete den Kopf wandte un den Ritter der Prinzessin sah, weiteten sich seine Augen und er schrie ihm etwas zu. Kannten die beiden Männer sich etwa? Mochte der Fremde ein Kamerad des edlen Jünglings sein, der nun ebenso in Bedrängnis war. Ein Hauch von Hoffnung erwärmte der Prinzessin das Herz, denn vielleicht waren die beiden Männer nicht allein losgezogen um die Prinzessin zu retten und es Bestand die Möglichkeit, dass weitere Ritter in einem Hinterhalt lauerten und sogleich heranstürmen würden um ihre Freunde und die holde Prinzessin zu retten.

Der Franzose hatte den Kerl mit den Locken offenbar angeschossen und dieser knurrte ihn an, doch in seinen Augen konnte man deutlich sehen, dass ihm klar war, wie unklug es gewesen war, den Zorn seines Gegenübers erregt zu haben. Der Verletzte war unbewaffnet. Auf dem Boden neben dem Franzosen kauerte verstört und verängstigt ein kleiner Junge, der keuchte und hustete. Der Soldat hatte das Kind offenbar getreten. Rion schien den Mann der am Arm blutete zu kennen. Max wurde gezwungen, auf die Knie zu gehen und der Soldat, der ihn hierher gezerrt hatte presste ihm eine Knarre zwischen die Schulterblätter. Endlich hatte er Zeit, zu kotzen.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Kyanousch - Mourir d'Aimer*

Die Zahnräder in dem dunkelhaarigen Kopf des kleinen Jungen drehten sich und sie drehten sich zu schnell, so schnell, dass ihm seine Gedankengänge und sein Denkprozess nicht mehr ganz bewusst waren.
Eins war sicher und zwar, dass ihm seine momentane Lage nicht gefiel. Das war ziemlich schnell festzustellen sobald der Franzose seinen Leib in die Hände nahm. Der Soldat war eine Schande in Großbuchstaben über den Ruf und den Ruhm der Franzosen als feinfühlige und begehrte Liebhaber. Der verstand rein gar nichts von dem hochwertigen Akt der Geschlechtsverkehr. Zum Glück war er nicht besonders scharf aufs Küssen, da er es einfach eilig hatte, seinen Schwanz in ein Loch zu stecken. Bedauernd dachte sich Kya, dass seit dem Kriegsende es so knapp an Menschen geworden war, dass sogar solche sich einen Mann zu nennen wagten. Es wurde ihm schnell klar, was er zu tun hatte. Sein Blick änderte sich – was der Soldat zum Glück nicht mitbekam – und das Wilde kehrte in die bernsteinfarbenen Augen zurück, was die Adrenalin seit der ersten Begegnung nicht mehr von ihm gesehen hatten. Seine Sinnen und seine Instinkte schärften sich, er roch, er hörte und er sah viel präziser als vor paar Minuten, was man vielleicht hätte an der Unruhe der schwarzen Wolfsrute merken können, die zwischen den zwei Hälften seiner Hintern hing, doch der Franzose achtete nicht wirklich darauf, da er schnellst möglich sein Business erledigen wollte.
Wie ein Wolf, die versteckend und schweigsam auf seine Beute wartet, wartete nun der kleine Junge auch den richtigen Moment ab. Dieser bat sich, als Kya nun unter dem rauen Druck durch seinem Unterleib merkte, wie der Soldat nun nur eine Hand auf seine Waffe hatte, während er mit der anderen Hand Kya packte.
Eine Strömung von Bildern zwang sich vor, verstärkt durch das Geschrei seines Zwillingen, rot wie das Blut seiner zarten Schwester. Doch etwas stellte sich zwischen dem Loren und den Bildern. Es war Kyarasch, sein Bruder, der sein Gesicht fest in seinen Händen hielt, „Du wirst leben, du musst leben!“, befahl er ihm. Ein sehr dünner Schleier aus Tränen wischte die Bilder aus Kyas Augen, Tränen, die keinen Weg aus den wilden Augen finden durften. Der kleine Lore stellte sich vor, er wurde sie alle herunter schlucken. Der Schmerz meldete sich wieder, wie nun sein Körper mit dem des Soldaten schaukelte. Kurz versuchte der kleine tief zu atmen und konzentrierte sich. So schnell wie möglich stellte er dann seine Hand auf die des Soldaten, welche auf seiner Gewehr ruhte. Die barbarische Penetration endete dann sofort, als es dem Franzosen bewusst wurde, dass er seine Hand nicht befreien konnte. Ohne Zeitverschwendung griff Kyas zweite Hand nun nach der Kehle des Soldaten. Es blieb dem älteren keinen Zweifel: die Stärke der Hände war weder natürlich noch menschlich. Ohne große Mühe drangen die langen Finger in das Halsfleisch. Mit dem nun befestigten Griff in dem Hals des verzweifelten Soldaten drehte Kya den Kopf zu einem Winkel, von dem das geringste Blut über die Uniform spritzte. Der erschrockene Franzose starrte ihn mit aufgerissenen Augen an und versuchte, einen Laut rauszubringen, doch Kya hatte eigentlich nicht den Schlagader, sondern die Stimmbände gezielt. Teuflisch grinste der Junge breit. Seine Augen glänzten voller Schadenfreude. „Nun verrecke!“, flüsterte er auf Englisch. Diesem Bastarden wurde er kein Wort mehr Französisch würdigen. Nun drangen seine Finger auch tief genug in dem bleichen Hals, erst tastete er kurz den Zylinder zwischen seinen Fingern und dann drückte er mit den überkräftigen Fingerspitzen die Luftröhre des Soldaten zusammen. Nun sah er genießerisch zu, wie der Mann verzweifelt auf dem Boden herum wälzte, bis alles Leben von ihm gegangen war. Kein Bakhtyarsade wurde sich je wieder von Soldaten vergewaltigen lassen und angesichts der Tatsache, dass Kyanousch der einzig überlebende Bakhtyarsade war, musste er diese Last und die Verantwortung ganz alleine tragen.

Kya hatte sich schon die große Uniform des Soldaten angezogen, als er draußen Schüsse hörte. Anscheinend waren die anderen in diesem verfluchten Kaff nicht so gastfreundlich, wie die zwei Franzosen, die ZigZag und er begegnet hatten. Rasch nahm er wieder die begehrte Kelasch in die Hand, im Kopf ein lorisches Lied zum Verehren des Gewehr singend, machte er sich auf dem Weg. Vorsichtig näherte sie ein Gebäude, von dem Schreie und Stimmen zu hören waren. So wie er weggekommen war, war es zu vermuten, dass nicht viele Leute hier waren. Er ging um das Haus, von dem die Stimmen – erkannte er schon Francis? - kamen und stieg durch ein Fenster herein. Vorsichtig ging er auf das Zimmer zu, von dem das alles zu hören war. Irgendeine seltsame Stimme sagte in seinem Kopf, dass er vernünftiger war, erst mal zu beobachten und zu warten. 


Mittwoch, 16. Februar 2011

Rion - forgive me....


In völliger Verzweiflung wusste er nicht wohin. er musste fliehen. Doch, wohin er auch sah, es kam ihm vor, als wäre er umzingelt, als würde er von außen erdrückt werden. Um seine Brust herum wie ein Korsett, dass sich zuzog und ihm keinen Platz zum Atmen gab. Die Tränen stiegen ihm hoch. Er musste vollständig verrückt geworden sein, sich für einen anderen Menschen so dermaßen in Gefahr zu bringen. Was.. was sollte er nur tun? Raus aus diesem Häuschen, auf der leeren Straße dieser ihm so fremden Stadt wusste er nicht ob er nach links oder rechts rennen sollte. Wo war Francis? Rion ballte die Fäuste. Für einen kurzen Moment kniff er die Augen zusammen. Er wollte nur nach Hause, nach Hause, wo alles gut, wo alles heil und schön war. Er wollte ins Geborgene, ins Warme Er wollte zu seiner Mutter, wollte gehalten und geführt werden. Er vermisste Francis. Wie blöd konnte er gewesen sein, alleine loszuziehen. Und was tat er jetzt? Er riss die Augen auf. Er hatte keine Wahl. Er musste handeln, auch wenn er das nicht mochte, auch wenn er nicht wollte.
"Da lang!"
Er deutete einfach auf eine Richtung, die Straße entlang, in der Hoffnung, diese Straße würde ihn dorthin führen, wo sie sicher waren. Er heulte fast. Was hatte er da bloß angerichtet. Es war aussichtslos. Er hatte sich vollkommen verlaufen und würde nicht mehr zurückfinden. Und selbst wenn, auch bei Francis war keine Sicherheit zu finden. Auch dort war er nur auf der Flucht.
Er lief los. Seine Beine führten ihn. Er rannte, er rannte die Straße entlang und Tränen flossen seine Wangen herunter, verweht vom eiskalten Wind. Unüblich für die Jahreszeit. Es müsste viel wärmer sein. Doch der eisige Wind peitschte in sein Gesicht und zerschlug es wie Porzellan. Seine Haut war rau, war trocken und gerötet. Nun schwollen seine Augen und Wangen an, sie wurden rot, er biss sich auf die Lippen, er schluchzte, rotzte, schluckte den Schmerz herunter. Er wollte nur weg. Weg von hier.

Die Welt war riesig. Wohin sollte er rennen? In die Arme eines Menschen, der ihm Sicherheit bot. In die Arme eines Mannes, der ihm Sicherheit bot. Jemand, der ihn beschützte. Der die ganze Last dieses grausamen Lebens von ihm fern hielt. Während er rannte, stellte er sich sein Gesicht vor. Er war groß, blond. Seine Locken von der Sonne umspielt, glänzend. Sein Lächeln linderte, heilte jede seiner Wunden. Wenn er ihn sah, fühlte er Stärke.
Seine Beine fühlten sich muskulöser an, stärker. Das Rennen fiel ihm leichter. Die Tränen verstarben im Licht seiner blauen Augen. Seine Atmung wurde ruhiger.

Wenn ich nur an dich denke.. möchte ich stark sein.

Die Zähne zusammenbeissend sprintete er fast, so schnell ihn seine dürren Beine trugen.

Er knallte auf den Boden. Mit einem Mal war alles beendet. Der Gedanke an Gabriel zeriss in tausend Stückte. In Bruchteile seiner Selbst. In Scherben lag die Erinnerung brach. Rion stürzte. Er war geprallt gegen einen Brustkorb, er stöhnte vor Schmerz auf, der Boden war hart, seine Sitzhöcker schmerzten, er war direkt darauf gefallen.
"Ahh..!"
Vor ihm standen zwei französische Soldaten, starrten ihn an. Er öffnete die Augen. Der Atmen stockte ihm. Sein Puls raste. Der eine packte ihn, schneller, als er gucken konnte, am Kragen, zog ihn hoch, fluchte.
"LASS MICH LOS!"
Er zappelte.
Max war schnaufend hinter ihm gerannt. Auf ein Mal liess der Kerl ihn los. Ihre Blickte galten nur Max. Nun blickten sie sich an. Rion fand sich wieder. Er zog sich den Pullover zurecht. Er stellte sich vor Maximillian. Der größere der Beiden ging auf ihn. Er schlug ihm ins Gesicht, Rion fiel zu Boden. Der Kerl ging auf Max zu, er packte ihn fest und wollte ihn mitzerren, der Andere zog an Rions Arm. Seine Nase war geflutet von Blut. Er schmeckte es deutlich auf seiner Lippe. Nein, NEIN, so würde es nicht zu Ende gehen!

"Sie werden dich nicht mehr ficken. Ich beschütze dich!"
"Gabriel.. du spinnst...."

Wie aus Reflex griff er nach seinem Colt. Und ohne zu denken.... schoss er seinem Gegenüber ins Gesicht.
Es zerschoss, es zersprang in Stücke. Der Mann wollte schreien, doch sein Mund war zerfleischt und in Bruchteile seiner Selbst gerissen. Zu Boden fallend hielt er sich die blutigen Reste seiner Selbst in den Händen, Tränen quollen aus dem Rot heraus, vermischten sich mit den fleischigen Teilen seiner einstigen Mimik.
Rion schnaufte, hiefte sich auf, kassierte einen Schlag in den Magen von dem zweiten Soldaten, fiel zu Boden. Der Mann, den er angeschossenen hatte, war stöhnend zu Grunde gekracht. Rion schwindeten die Sinne. Nur noch Nebel. Er wollte Max beschützen. Doch nun blutete seine Fresse. Er erbrach sich auf den Pflastersteinen. Dann zerrte ihn der fremde Soldat mit. Ob Max geflohen war? Rion vernahm noch ein Stöhnen des Rothaarigen. Schritte. Es mussten mehrere gekommen sein. Sie mussten das Aufschreien des Opfers gehört haben. Tränen flossen, vermischten sich mit dem Blut.

"Ich werde auf dich aufpassen! Glaub mir, ich bin stark! Ich werde dich beschützen! Kein Mann wird dich mehr anfassen, wenn du das nicht willst..!"
"Und.. wenn ich das... will?"
"Hä...?.."
"Ach... ach.. vergiss es einfach....."

Gabriel. Du schwörtest, mich ewig zu schützen. WO bist du nun? Jetzt, wo sie mich wegzerren, wo sie mich mitnehmen. Wieso... WIESO bist du nicht da? Wieso bist du nicht da, um mich zu schützen? Wieso muss ich noch weinen? Ich dachte, du wärest ewig bei mir. Ich dachte.. ich hoffte.... doch nun...... nun, wo du nicht mehr bei bist, wo du nicht mehr das Licht in meinem Leben bist... nun bin ich schwach und wertlos.... bitte sieh nicht hin... sie nicht aus dem Himmel zu... wenn sie mich ficken.. wenn es wieder geschieht... wenn alles das, was du verhindert wolltest, doch mit mir geschieht... ich wollte für dich rein sein... doch ich bin zu schwach, mich selbst zu schützen...

Montag, 7. Februar 2011

Kya - French Kiss

Sie waren also in Deutschland, war von dem Straßenschild unfehlbar abzulesen. Kya wusste sogar ganz gut, in welcher Ecke Deutschlands sie sich befanden. Automatisch warf der Junge einen Blick gen Westen, dann korrigierte er sich und drehte ein wenig Richtung Süden, so sah er nach Südwesten. Doch als der kranke Junge sich von der Gruppe trennte und das kleine Kaff alleine erkunden wollte, sah der Lore die beiden älteren an. Auch Francis ging seinen eigenen Weg. Sie waren ja schließlich in einer – ehemaligen - Wohnsiedlung angekommen und es wurde endlich Zeit, ein wenig Abstand von dem Rest zu nehmen und sich den Luxus eigener Gedankengänge und wahrscheinlich noch Erinnerungenüberflut zu leisten. Eine Stadt, ein Dorf, Häuser und Straßen riefen bestimmt nicht nur in dem jungen Loren unterschiedliche Empfindungen und Erinnerungen, sondern auch in seinen englischsprachigen Mitstreitern; zu bedenken, dass Kya die letzten Tage eigentlich mit drei Sprachen zu tun hatte...
Durch Ziggys überwältigenden Grund aus seinen ungesunden Gedanken gerissen schaute der Junge in der Richtung, in die sein – vielleicht doch – Kumpel ging. Wie die beiden Soldaten den Rastakopf doof anglotzten blieb dem Loren kein Zweifel: sie waren keine Deutsche sondern Franzosen. Die Höhe, in die die beiden Nasenspitzen gerichtet waren, war einfach nicht zu unterschätzen. Doch ZigZag beschäftigte sich eifrig mit seinem Ritual und für paar Minuten schien es, als ignorierte er völlig die beiden, die wortlos seine flinken Finger ums Papier anstarrten. Kyanousch kannte Soldaten viel zu gut und er kannte auch Franzosen besonders gut. Daher konnte er einfach nicht so optimistisch freundlich mit der Situation umgehen wie sein 'jamaikanischer' Freund und wie der jüngere von den beiden nun Ziggy auf der Wange küsste, schärfte nur Kyas verdacht, denn der war bei weitem kein Grußkuss, doch dem grünhaarigen schien es nicht zu stören und bevor Kya ihm was sagen konnte, hatte er einen Joint im Mund und Ziggy war mit dem Blonden fort. Das ließ ihn mit dem anderen alleine, dessen Blick zwischen Kyas Arsch und Kelasch pendelte. Kya war weder ein Kind, noch dumm, es brauchte nicht viel, um zu wissen, warum die beiden in die enge Gasse gelandet waren.
Als der Franzose jedoch ihm die Knarre auf dem Hals presste, verengten sich seine lebendige Augen. Nun wurde er aber an die Wand gedrückt und der Kerl nahm Kelasch von seinem Schulter ab und warf sie respektlos auf dem Boden. Als nächstes spürte er nicht nur den Körper sondern auch einen bestimmten Körperteil des Soldaten sich vom Hinten auf ihn pressen. Mit einer Hand hielt er Kyas Hände fest an die Wand gepresst und mit der anderen (worin immer noch die Knarre erhalten blieb) bereitete er sich vor, was an dem herunter gezogenen Reißverschluss zu hören war. Er war nicht den ganzen Weg von Loristan hierher gekommen, um sich hier von einem notgeilen Franzosen vergewaltigen zu lassen, sagte sich Kya im Kopf mit der Stimme seines Bruders und schloss die Augen. Sein bisher hastiges Atem hatte sich beruhigt. Er fühlte die unsicheren, aufgeregten Finger des anderen um seine Hose, die nun mit einem Zuck herunter gezerrt wurde. Diesen Moment hatte der Kleine nämlich abgewartet. Dass der andere sich nicht bewegte, zeugte von dem Schock, als er nun Kyas Hinten anstarrte, „Qu'est-ce que...“, fing er an, doch unfähig, den Satz zu Ende zu führen. Kya schlug die Augen endlich wieder auf, die der andere sowieso nicht sehen konnte. Vorsichtig langsam drehte er sich um, seine Hände immer noch an die Wand gepresst. Mit einem kokettierenden Lächeln sah er den Soldat an, „...c'est qu' ça?» Nun warf er dem muskulösen Körper des anderen einen gierigen Blick. Mit geweiteten Augen musterte ihn der Soldat nun genauer und dann fixierte er kurz die peitschende, schwarze, Wolfsrute. Kyas Hände hatte er zwar nicht los gelassen, doch der Griff um sie wurde leichter. Der kleine Lore verschwand keine Zeit, streckte sich hoch und zeigte dem Soldaten, was ein wahrhaftig französischer Kuss zu bedeuten hatte. „Putiiin!“, flüsterte der Ältere zufrieden und verwirrt. Solange kein anderer sie fand, konnte Kya auch den Sex genießen. Innerlich hoffte er, dass sein Gegenüber genug Erfahrung hatte und ihn nicht wie ein hirnloses Monster überfiel, „Ici?“, fragte er und fügte unsicher hinzu, „On nous interromprera...“ verlegen schaute er nun den Soldat an, der die Augen von Kyas Nacktheit nicht ablassen konnte. Es wäre in der Tat zu schade, den Kleinen mit seinen Kameraden teilen zu müssen, noch bevor er eine volle Portion genossen und verdauen hatte. Dabei schaute der Lore fast sehnsüchtig den aus der Hose hervor regenden Penis des Anderen. „T'as raison.“, sagte der endlich nickend, holte Kelasch vom Boden und zwang Kya in dem nächst liegenden Haus hinein, ihm offensichtlich immer noch nicht ganz trauend. Kya folgte gehorsam. „Putin!“, drückte der Soldat immer wieder mal aus, der sein Glück nicht ganz zu glauben schien.

Samstag, 5. Februar 2011

Zig-Zag - We don't speak your language

Was für ein seltsamer Ort das war. Dass sie überhaupt so etwas gefunden hatten wie einen Ort, das war ein Mysterium einer Klasse, die ihm fremd und fern und unergründlich erschien.
Die Stimmung schien allgemein erregt zu sein, die Gemüter überzukochen. Ehe er es sich versah, waren Rion und Francis wie vom Erdboden verschluckt und während er sich mal wieder einen Joint drehte waren es nur noch Kya und Ziggy, die da standen, wie bestellt und niemals vorgehabt abgeholt zu werden.
"Tjaaaa..."
Vor sich sah er zwei Männer. Sie waren in Uniformen gekleidet und unterhielten sich angeheitert. Ziggy grinste und schwankend führten ihn seine Füße wie in Trance, unkontrolliert, zu den Beiden.
"Hiiiiii... My Name is Zig Zag.. How do you do? Maaan.. I'm so glad to see some jerks around here.. thought all people were dead already.."
Die beiden Franzosen starrten ihn nur sehr, sehr dämlich an. Grinsend rollte Zig seinen Joint zu Ende, legte dem einen, er war blond, den Arm um die Schulter. Er leckte sein Papier an, drehte sein Ding zu Ende. Entflammte sein Ding, Zog daran und drückte es dem Blonden in die Hand. Die beiden Soldaten, die eben noch nicht wussten, ob sie ihn erstechen, erschießen oder interpretieren wollten... lachten. Der Blonde zog gierig an dem Joint, pustete aus, der andere gierte nach dem Ding, nahm es dem Blonden ab und zog auch. Beide lachten. Zig grinste. Eine Sprache, die jeder verstand. Ein Joint verband alle. Eine Friedenspfeife. Unabhängig von Nation, Geschlecht, Vergangenheit. Rauchte man eine zusammen war alles gut. Ziggy pfiff Kya zu sich. Er grinste, lehnte den Kopf an die Schulter des Blonden. "That's a friend of mine..." Er zeigte auf Kya, warf einen Luftkuss in seine Richtung und lachte. Die Franzosen lachten aus, begafften Kya mit stummen, gierigen Blicken, tauschten ein paar Blicke aus. Der Blonde schien jünger zu sein, vielleicht 17. Er drückte Ziggy einen Kuss auf die Wange. Der Joint schien seine Wirkung zu zeigen. Ziggy drückte Kya das Ding in den Mund. Liess ihn ziehen. ""Relaaax..." Der Blonde packte seinen Arm. Er zog er ihn mit sich, lief in die Stadt hinein, der andere gab die Richtung vor.
"Wheeeere... 'r we goiiin..?"
Die Beiden zog ihn einfach mit, Ziggy liess sich vor, schwankte von einem Fuß zum Anderen, liess sich vom Nebel treiben. Schließlich angekommen auf einer zerstörten Straße, eng zwischen den Häusern zerrte ihn sein Blonder in eine Gasse, sich selbst an die Wand drückend zog er Zig-Zag eng an sich und küsste ihn.
Ziggy drückte sich weg. "What the..?" Mit Knurren griff der Hübsche nach ihm, er hatte in der Hand ein Messer. Er drückte ihm die Zunge in den Hals. Ziggy liess sich gehen, schloss die Augen. Scheiss doch drauf. Schnell hatte er den Schenkel zwischen den Beinen des Fremden. Seine Hände glitten unter das Hemd, er berührte die warme Haut, den muskulösen Bauch des Mannes. Um sich herum die Welt vergessend hatte er schneller die Lippen an seinem Hals, er sich umsehen konnte.
Währenddessen hatte der Andere, er war wesentlich älter und weniger hübsch, dunkelhaarig, Kya, der unwillentlich mitgekommen war, einfach gepackt und in eine enge Gasse getrieben. Er hielt weniger freundlich als sein Kollege, ihm eine Knarre schnell an den Hals. Dann presste er ihn an die Wand. Er presste ihn mit seinem ganzen Leib an, er leckte sich die Lippen. Kya hatte keine Chance, seine Kelasch herauszuholen. Der große Kerl drückte sich mit voller Kraft gegen ihn. Und schneller, als er der bekiffte Kya sich umsehen konnte, war er plötzlich umgedreht, war mit dem Bauch felsenfest an die Wand gepresst. Ein Mann drückte sich von hinten an ihn. Man hörte, wie der Reissverschluss sich öffnete: Der Fremde zerrte Kyas Hosen herunter.

Mittwoch, 2. Februar 2011

Francis - Die Sonne scheint nicht in Achkarren-Kreuzmatten

Schon komisch. Francis hätte sich niemals träumen lassen, dass er einmal so glücklich darüber sein würde, irgendwo in der Pampa in einem winzigen Dörfchen herumzugurken. Aber alles war besser als endloses Ödland mit Ruinen und Trümmerhaufen durchzogen. Es fröstelte ihn. Ein grauer Schleier hatte die die Sonne vor einigen Kilometern verschluckt und wollte sie einfach nicht mehr herausrücken. Ganz so, als würde diesem Örtchen strahlender Sonnenschein nicht stehen. Gedankenverloren starrte Francis immer noch in den milchig-trüben Himmel als Rion bereits vorangegangen und beinahe aus dem Sichtfeld der anderen verschwunden war. "Hey! Lauf nicht zu weit weg!" rief Francis ihm halbherzig hinterher. Der Kleine konnte sehr gut auf sich selbst aufpassen und wurde ohnehin nur zickig, wenn man ihn bevormundete. Trotzdem war dem Amerikaner nicht ganz wohl dabei, seine Schäfchen nicht alle beieinander zu haben. "Ok, Jungs. Augen auf. Wir nehmen alles mit, was wir gebrauchen können." Damit hatte er die Jagd nach Schätzen eröffnet.

Alle achteten darauf, sich nicht zu weit voneinander zu entfernen, aber die landschaftliche Abwechslung war für jeden einzelnen so erlösend, dass sie nicht aneinander kleben, sondern ein bisschen in ihren eigenen Gedanken versunken herumstreunen wollten. Zwischen der kleinen Gaststätte in der sie Kya aufgegabelt hatten und Achkarren-Kreuzmatten hatte es so gut wie keine intakten Gebäude gegeben und sie waren gezwungen gewesen zusammen zu bleiben um sich gegenseitig irgendwie Schutz bieten zu können. Gerade mal zum Scheissen hatte man mal einen Moment Ruhe. So gern Francis seine Jungs hatte, war er doch heilfroh, endlich etwas Abstand zu bekommen. Aus der breiigen Masse, der Überlebenseinheit, zu der sie während längeren Wegstrecken verschmelzen mussten, lösten sich vier völlig unterschiedliche Persönlichkeiten und wollten kurz ihre Freiheit geniessen, um nicht zu vergessen, dass sie einst auch ohne die anderen drei Mitstreiter existiert hatten.

Es knarzte unter Francis' Füssen, als er ein Haus betrat, dessen Eingangstür zu Trümmern geschlagen worden war. Innen herrschte Chaos und es sah nicht so aus, als liesse sich hier noch viel holen. Wut stieg ihm in den Bauch und er knirschte geräuschvoll mit den Zähnen. So sehr hatte er gehofft, in diesem Kaff etwas finden zu können und nun sah es so aus, als wäre ihnen jemand oder etwas zuvor gekommen. So leicht durfte er sich aber nicht entmutigen lassen, schliessich hatte er doch gerade mal ein Haus gesehen. Sicherlich hatten die anderen mehr Glück. Während er nach der Küche suchte, träumte er schon von köstlichem Dosenobst in fröhlich bunten Farben und so saftig und süss, dass man die Vitamine, die den Körper reparierten förmlich spüren konnte. Der Gedanke stimmte ihn wieder etwas fröhlicher und so hielt seine Enttäuschung sich in Grenzen, als die traurig von der Wand hängenden Küchenschränke nur gähnende Leere, Dreck und Krümel offenbarten. Oh, und ein völlig verschimmeltes Laib Brot, das aussah als wäre es im Begriff, sich in eine neuartige Lebensform zu verwandeln. Irgh! Nach Minuten, in denen er sich ernsthaft gefragt hatte, ob man es nicht doch irgendwie essen könne, riss er sich von dem faszinierenden Anblick los und stapfte durch die Diele nach draussen.

Er stand bereits in der Tür, als hinter ihm etwas knarzte. Ruckartig drehte er sich um und zog noch in der Drehung seine Pistole aus dem Halfter. Die weit aufgerissenen Augen starrten hochkonzentriert die Lärmquelle an. "Ein Kind??" entfuhr es ihm, doch noch bevor er seine Waffe senken konnte, war der schmutzige, verängstigte Junge von vielleicht 12 Jahren, der plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht war, durch das Wohnzimmerfenster geschlüpft.

"Hey, hey! Warte!" rief Francis dem Kleinen hinterher, stürmte allerdings aus der Tür und lief um das Haus herum. Sich durch den engen Fensterspalt zu zwängen war ihm glücklicherweise nicht in den Sinn gekommen. Obwohl der Amerikaner wirklich aussergewöhnlich schnell rennen konnte, schaffte er es nicht, den Jungen einzuholen, da dieser den kleinen Vorsprung wohl ausgenutzt hatte um in einer Seitengasse zu verschwinden. Ein wenig ausser Atmen warf Francis den Kopf hin und her, in der Hoffnung einen Hinweis darauf zu entdecken, wo der Kleine sich wohl versteckt hielt. Sicherlich hatte er ihn mit seiner Knarre ziemlich verschreckt. ".. shit .." fluchte er leise und kickte frustriert gegen einen Stein, wobei der Staub kniehoch aufwirbelte und seine Hosenbeine grau marmorierte.

Plötzlich vernahm er von links ein Geräusch, eine Art Aufseufzen. Ohne zu überlegen sprintete er los, wurde allerdings abrupt ausgebremst. Er starrte in den Lauf eines Maschinengewehres. Seine Nebennieren jagten ihm einen Cocktail aus Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin durch den Blutkreislauf, sein Herz hämmerte aggressiv gegen den Brustkorb, Schweiss trat ihm auf die Stirn und er hatte vergessen, beim Schnaufen den Mund zu zu machen. Hinter dem breitschultrigen Soldaten, der ihn bedrohte trat schüchtern und vor Angst zitternd der Junge hervor, den Francis eben verfolgt hatte. Gedämpft drang die fremde, kratzige Stimme des Mannes an Francis' Ohr: "Ich weiss, dass du nicht allein bist. Meine Freunde haben deine Freunde im Visir. Mach keinen Stress, wir haben da nämlich auch keinen Bock drauf." Da der Amerikaner kein Wort verstanden hatte, schrie der Kerl ihn an: "Kein Deutsch?? Nein??" und wiederholte das eben gesagte nochmal in gebrochenem Englisch. Mit der freien Hand hatte der Soldat den Jungen am Kragen gepackt, der ängstlich aufquiekte. "Waffen auf den Boden!" schrie der Kerl nun und Francis folgte, warf seine Pistole, die zwei Kampfmesser und den Elektroschocker, den er neulich erst gefunden hatte dem anderen hin, der das Zeug gleich mit dem Fuss weiter aus Francis' Reichweite schob. "Hier gehört alles uns, kapiert? Also lasst brav eure Sachen hier und keiner muss sterben." Der Soldat musste Franzose oder so etwas sein, da sein Englisch nur schwer verständlich war, doch reichte es aus, um einfache Befehle zu erteilen.

"Ach.." grinste der Kerl dann und leckte sich über die Lippen. "Wäre aber nett, wenn ihr uns noch einige Stunden Gesellschaft leisten könntet. Wir kriegen hier so selten Besuch." Francis wurde speiübel, weil er eine ziemlich genaue Vorstellung davon hatte, welche Art von Gesellschaft die fremden Soldaten bevorzugten. Er fragte sich, ob der Kerl wohl die Wahrheit gesprochen hatte und Zig Zag, Rion und Kya damit auch in Gefahr waren.