Endlich
gab es hier was vernünftiges zu tun und dieser Franzosentrottel war
natürlich zu dumm und zu sehr mit sich selbst und das schändliche
Elend für sein Leben beschäftigt, um es zu checken. Kein Wunder,
dass dieser Parasit sich nur an der Seite seines barbarischen Bruders
ernähren und am Leben halten konnte, denn wem fiel es ein, zu
jammern, wenn es darum ging, Futter zu besorgen?!
“Nur
dieses eine Mal spiele ich mit und spiele den Kindergartenerzieher.”,
warnter Kya den wortkargen Blonden, dem es anscheinend nicht
aufgefallen war, dass man sich schon seit über einem Jahrhundert
lieber eine andere Sprache bedeinte als die seine. Seufzend ging er
herüber zu dem Kerl, der wie ein bockiges, kleines Gör auf der
Stelle stehen geblieben war und vor sich jammerte. Ginge es nicht ums
Essen, hätte er auf der Stelle die Nervensäge mit einem großen
Stein oder eine Stange von der Last des Lebens entlassen – welcher
Narr würde dann schon fürs Muttisöhnchen Munition verschwenden?!!
- doch der Scharfsinn des Loren sagte ihm, dass in diesem Fall etwas
Geduld sich definitiv lohnte. Es gab hier irgendwo sicher
Lebensmittelvorräte und zwar für die große Gruppe, die dieser
Soldatenabschaum waren. Das verprach zumindest einige reichliche
Mahlzeiten.
Der
Bengel aber, den er betreuen musste, schien über diesen Voteil ganz
bewusst zu wissen, denn er fing nun an, Kyas Geduld um neuen Maßen
herauszufordern. Ein Lore war nie tolerant gegenüber Beleidigungen,
die der Franzosentrottel gut auswendig gelernt hatte, vor allem aber
hassten es Loren, beleidigt zu werden, wenn der Gegenüber der
lorischen Sprache nicht mächtig war und dementsprechend auch ihre
Gegenleistung nicht zu schätzen wusste, “Ei beni mene u Djannem ke
berat rafta bi! Ei nasnasa bi namus!”, schimpfte er also – eher
um sich zu beruhigen – entgegen, während er nun dem Blonden folgen
musste. Dieses Mal packte er ihn besonders barsch am Arm, mit einem
fast übermenschlich starken Griff, drehte diesen zu sich um und
passte ihm zwei ganz sorgfältig ausgerechneten Ohrfeigen. “Keiner scherzt mit dem Essen!”, warnte er Jules, während zwei wilden
bernsteinfarbigen Augen in die vergleichsweise leblosen Augen des
Franzosen hinein bohrten. “Du kannst dich umbringen, wenn du willst
aber keiner hier gefährdet Essensreserven der Gruppe.” Nun packte
er ihn etwas lockerer am Arm und schüttelte ein Mal, “Kappiert
oder ist das zu viel für dein Erbsenhirn?” Um sicher zu sein, dass
die Sprachkenntnisse des anderen tatsächlich angewendet wurden, hob
er leicht mit der anderen Hand Kelasch, “Das werde ich an dir nicht
versgeuden, wenn du dich so sehr nach einem schnellen Tod sehnst.”
Nun wurde der Franzose von Kya durch die selbe Gasse und in dieselbe
Richtung geschubst, wo er hin wollte. Wäre er zufällig dabei
gewesen, tatsächlich Kya zu ihren Vorräten zu führen, so wollte
der Lore diese Chance auf keinen Fall verpassen.
Haha super :D das eröffnet mir doch gleich ganz neue Möglichkeiten..
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