Mittwoch, 16. Februar 2011

Rion - forgive me....


In völliger Verzweiflung wusste er nicht wohin. er musste fliehen. Doch, wohin er auch sah, es kam ihm vor, als wäre er umzingelt, als würde er von außen erdrückt werden. Um seine Brust herum wie ein Korsett, dass sich zuzog und ihm keinen Platz zum Atmen gab. Die Tränen stiegen ihm hoch. Er musste vollständig verrückt geworden sein, sich für einen anderen Menschen so dermaßen in Gefahr zu bringen. Was.. was sollte er nur tun? Raus aus diesem Häuschen, auf der leeren Straße dieser ihm so fremden Stadt wusste er nicht ob er nach links oder rechts rennen sollte. Wo war Francis? Rion ballte die Fäuste. Für einen kurzen Moment kniff er die Augen zusammen. Er wollte nur nach Hause, nach Hause, wo alles gut, wo alles heil und schön war. Er wollte ins Geborgene, ins Warme Er wollte zu seiner Mutter, wollte gehalten und geführt werden. Er vermisste Francis. Wie blöd konnte er gewesen sein, alleine loszuziehen. Und was tat er jetzt? Er riss die Augen auf. Er hatte keine Wahl. Er musste handeln, auch wenn er das nicht mochte, auch wenn er nicht wollte.
"Da lang!"
Er deutete einfach auf eine Richtung, die Straße entlang, in der Hoffnung, diese Straße würde ihn dorthin führen, wo sie sicher waren. Er heulte fast. Was hatte er da bloß angerichtet. Es war aussichtslos. Er hatte sich vollkommen verlaufen und würde nicht mehr zurückfinden. Und selbst wenn, auch bei Francis war keine Sicherheit zu finden. Auch dort war er nur auf der Flucht.
Er lief los. Seine Beine führten ihn. Er rannte, er rannte die Straße entlang und Tränen flossen seine Wangen herunter, verweht vom eiskalten Wind. Unüblich für die Jahreszeit. Es müsste viel wärmer sein. Doch der eisige Wind peitschte in sein Gesicht und zerschlug es wie Porzellan. Seine Haut war rau, war trocken und gerötet. Nun schwollen seine Augen und Wangen an, sie wurden rot, er biss sich auf die Lippen, er schluchzte, rotzte, schluckte den Schmerz herunter. Er wollte nur weg. Weg von hier.

Die Welt war riesig. Wohin sollte er rennen? In die Arme eines Menschen, der ihm Sicherheit bot. In die Arme eines Mannes, der ihm Sicherheit bot. Jemand, der ihn beschützte. Der die ganze Last dieses grausamen Lebens von ihm fern hielt. Während er rannte, stellte er sich sein Gesicht vor. Er war groß, blond. Seine Locken von der Sonne umspielt, glänzend. Sein Lächeln linderte, heilte jede seiner Wunden. Wenn er ihn sah, fühlte er Stärke.
Seine Beine fühlten sich muskulöser an, stärker. Das Rennen fiel ihm leichter. Die Tränen verstarben im Licht seiner blauen Augen. Seine Atmung wurde ruhiger.

Wenn ich nur an dich denke.. möchte ich stark sein.

Die Zähne zusammenbeissend sprintete er fast, so schnell ihn seine dürren Beine trugen.

Er knallte auf den Boden. Mit einem Mal war alles beendet. Der Gedanke an Gabriel zeriss in tausend Stückte. In Bruchteile seiner Selbst. In Scherben lag die Erinnerung brach. Rion stürzte. Er war geprallt gegen einen Brustkorb, er stöhnte vor Schmerz auf, der Boden war hart, seine Sitzhöcker schmerzten, er war direkt darauf gefallen.
"Ahh..!"
Vor ihm standen zwei französische Soldaten, starrten ihn an. Er öffnete die Augen. Der Atmen stockte ihm. Sein Puls raste. Der eine packte ihn, schneller, als er gucken konnte, am Kragen, zog ihn hoch, fluchte.
"LASS MICH LOS!"
Er zappelte.
Max war schnaufend hinter ihm gerannt. Auf ein Mal liess der Kerl ihn los. Ihre Blickte galten nur Max. Nun blickten sie sich an. Rion fand sich wieder. Er zog sich den Pullover zurecht. Er stellte sich vor Maximillian. Der größere der Beiden ging auf ihn. Er schlug ihm ins Gesicht, Rion fiel zu Boden. Der Kerl ging auf Max zu, er packte ihn fest und wollte ihn mitzerren, der Andere zog an Rions Arm. Seine Nase war geflutet von Blut. Er schmeckte es deutlich auf seiner Lippe. Nein, NEIN, so würde es nicht zu Ende gehen!

"Sie werden dich nicht mehr ficken. Ich beschütze dich!"
"Gabriel.. du spinnst...."

Wie aus Reflex griff er nach seinem Colt. Und ohne zu denken.... schoss er seinem Gegenüber ins Gesicht.
Es zerschoss, es zersprang in Stücke. Der Mann wollte schreien, doch sein Mund war zerfleischt und in Bruchteile seiner Selbst gerissen. Zu Boden fallend hielt er sich die blutigen Reste seiner Selbst in den Händen, Tränen quollen aus dem Rot heraus, vermischten sich mit den fleischigen Teilen seiner einstigen Mimik.
Rion schnaufte, hiefte sich auf, kassierte einen Schlag in den Magen von dem zweiten Soldaten, fiel zu Boden. Der Mann, den er angeschossenen hatte, war stöhnend zu Grunde gekracht. Rion schwindeten die Sinne. Nur noch Nebel. Er wollte Max beschützen. Doch nun blutete seine Fresse. Er erbrach sich auf den Pflastersteinen. Dann zerrte ihn der fremde Soldat mit. Ob Max geflohen war? Rion vernahm noch ein Stöhnen des Rothaarigen. Schritte. Es mussten mehrere gekommen sein. Sie mussten das Aufschreien des Opfers gehört haben. Tränen flossen, vermischten sich mit dem Blut.

"Ich werde auf dich aufpassen! Glaub mir, ich bin stark! Ich werde dich beschützen! Kein Mann wird dich mehr anfassen, wenn du das nicht willst..!"
"Und.. wenn ich das... will?"
"Hä...?.."
"Ach... ach.. vergiss es einfach....."

Gabriel. Du schwörtest, mich ewig zu schützen. WO bist du nun? Jetzt, wo sie mich wegzerren, wo sie mich mitnehmen. Wieso... WIESO bist du nicht da? Wieso bist du nicht da, um mich zu schützen? Wieso muss ich noch weinen? Ich dachte, du wärest ewig bei mir. Ich dachte.. ich hoffte.... doch nun...... nun, wo du nicht mehr bei bist, wo du nicht mehr das Licht in meinem Leben bist... nun bin ich schwach und wertlos.... bitte sieh nicht hin... sie nicht aus dem Himmel zu... wenn sie mich ficken.. wenn es wieder geschieht... wenn alles das, was du verhindert wolltest, doch mit mir geschieht... ich wollte für dich rein sein... doch ich bin zu schwach, mich selbst zu schützen...

1 Kommentar:

  1. Ist es ok, wenn ich aus der Reihe poste, noch bevor ich heim fliege? Da Kyas letzte Post kein Interagieren mit irgendwem anderen beinhaltete, könnte man es so sehen, als wäre sein Post in zwei Teilen auf geteilt.
    Sonst weiß ich nicht, wann ich zum Posten kommen würde.

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