Profiteroles, Ginger Crunch Cremes sowie Shortbread Petticoat Tails zu Irish Tea Gold Blend, das sollte die europäischen Freunde beindrucken. Eigentlich waren um diese Uhrzeit lediglich Scones vorgesehen. Was sollte dieser ganze Unsinn? Um jemanden die britische Kultur näherzubringen, ach, sie hätten diesen Ausländern gleich Fish and chips in die Gosche werfen können um zu sagen: Ja! Wir sind Briten! Ja! Unser Essen IST ungemein wenig gewürzt und ein wenig eigentümlich! Und nun geht und besucht die Grabstädte von Lady Di!
Er war ein motziges, träges, müdes Kind gewesen. Irgendwie war das alles viel zu viel. Bevor die Gäste kamen, das hatte Mutter ja schon vor zwei Tagen angekündigt, hatte er noch Unterricht. Geschichte, Geographie, Violine, Klavier, Kreatives Schreiben, Literatur der Neuzeit, Politik. Ihm qualmte der Kopf. In seinem Zimmer weinend, nachts, steckte er das Gesicht manchmal in die Decke. Aber seinen Hund liebte er. Die einzigen, die einzigen guten Stunden des Tages waren es, wenn er mit seinem großen Labrador, größer als er selbst, in die Freiheit fliehen konnte. Sein Hund...
Rion kotzte mitten auf den Flur. Die Tränen stiegen ihm wie heisse, stechende Klingen in die Augen, er versuchte sie zurückzuhalten, doch jedesmal, wenn das Kotzen ihn überkam, musste er unweigerlich auch ein wenig weinen.
Rauch, raue Soldatenhände, zwischen denen er hin und her gechoben wurde, unvermeidliche Verwüstung. Und dann... dann erschien er ihm, dieser unweigerlich bescheuerte, gutlgäubige, idalistische Amerikaner. So wie Amerikaner nun mal sind, so wie er sich Amerikaner immer vorgestellt hatte. Voll von wildem, unbezwingbarem Mut, Boston Tea Party. Das alles, was ein Klischee ausmachte, das alles, was er eigentlich zuwider fand, öbszön, stand plötzlich vor ihm. Und diese.. diese braunen, haselnussfarbenen Augen stierten ihn an. Weich war ihm in den Knien gewesen, kraftlos hatte er sich ergeben. Mitgegangen war er, weg von den Soldaten, die ihn behandeten wie pures Fleisch, wie Fickeigentum, zu einem Mann, er ihn kaum beachtete, der ihn nicht liebte, den er auch gar nicht kannte. Warum? Verlorenen in der Bräune seiner Augen, gefangen wie in einem Spinnennetz kotzte er nun auf den Boden, wie ein Kind und seine Nase lief unangemessen widerwärtig unadelig, er wischte mit dem Handrücken darüber.
Er hasste den Krieg. Er hasste es. Er hatte es genau gesehen. Die Explosionen, die Erschütterungen. Er hatte gesehen, wie sein Elternhaus in der Luft zerissen wurde, in roten, glühenden Flammen und nun - nun, nun vertrug er es immer noch nicht. Kein Blut, keine Gedärme. Es machte ihn Würgen. Es machte ihn zunieder. Er wollte weinen, sich verzweifelt den Kopf gegen den nächsten Balken schlagen. VERDAMMT!
Schnaufend, wackelig wich er der Übelkeit, tapste in den Raum zurück.Francis lag am Boden. Er selbst hechelte fast vor Aufregung. Verdammt..! Doch denn schließlich wanderte sein Blick, endlich hatte er sich gefasst, durch den Raum und er erkannte die Gefahr - und wie es ihm sein Liebster, sein goldblonder Liebster beigebracht hatte, zückte er seinen Colt. Um seinen Rücken geschlungen eine Kalaschnikov, doch ein Sturmegewehr war wesentlich schwerer zu bedienen und ungenauer als gewollt. Wenn er den Angreifer tatsächlich bedrohen wollte, war ein gezielter Schuss in die Stirn eine bessere Drohung als einzelne, schnelle Schüsse ins Nirgendwo. Er zielte genau auf Kyas Stirn. Plötzlich. Plötzlich, plötzlich, Hirnausfall. Er sah nur noch den Gegner, in Seitgalopp vor Francis sich stellend den Fein im Visir. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen.
Du hast es mir so beigebracht, du hast es mir so beigebracht.
"Francis. Steh... auf... der Feind.. steht vor uns.."
Er schnaufte. Pustete sich eine lange Strähne aus dem Gesicht. Und zitterte. Wenn nötig, würde er diesen Fremden erschießen. Er stand vor den beiden Männern, viel größer, stärker als er. Francis würde er beschützen. Sein Leben in den Abfluss der Hölle werfen für den Amerikaner, dessen braune Augen ihm den Sinn raubten.
"S.. steh gefälligst auf..!!"
Er war ein motziges, träges, müdes Kind gewesen. Irgendwie war das alles viel zu viel. Bevor die Gäste kamen, das hatte Mutter ja schon vor zwei Tagen angekündigt, hatte er noch Unterricht. Geschichte, Geographie, Violine, Klavier, Kreatives Schreiben, Literatur der Neuzeit, Politik. Ihm qualmte der Kopf. In seinem Zimmer weinend, nachts, steckte er das Gesicht manchmal in die Decke. Aber seinen Hund liebte er. Die einzigen, die einzigen guten Stunden des Tages waren es, wenn er mit seinem großen Labrador, größer als er selbst, in die Freiheit fliehen konnte. Sein Hund...
Rion kotzte mitten auf den Flur. Die Tränen stiegen ihm wie heisse, stechende Klingen in die Augen, er versuchte sie zurückzuhalten, doch jedesmal, wenn das Kotzen ihn überkam, musste er unweigerlich auch ein wenig weinen.
Rauch, raue Soldatenhände, zwischen denen er hin und her gechoben wurde, unvermeidliche Verwüstung. Und dann... dann erschien er ihm, dieser unweigerlich bescheuerte, gutlgäubige, idalistische Amerikaner. So wie Amerikaner nun mal sind, so wie er sich Amerikaner immer vorgestellt hatte. Voll von wildem, unbezwingbarem Mut, Boston Tea Party. Das alles, was ein Klischee ausmachte, das alles, was er eigentlich zuwider fand, öbszön, stand plötzlich vor ihm. Und diese.. diese braunen, haselnussfarbenen Augen stierten ihn an. Weich war ihm in den Knien gewesen, kraftlos hatte er sich ergeben. Mitgegangen war er, weg von den Soldaten, die ihn behandeten wie pures Fleisch, wie Fickeigentum, zu einem Mann, er ihn kaum beachtete, der ihn nicht liebte, den er auch gar nicht kannte. Warum? Verlorenen in der Bräune seiner Augen, gefangen wie in einem Spinnennetz kotzte er nun auf den Boden, wie ein Kind und seine Nase lief unangemessen widerwärtig unadelig, er wischte mit dem Handrücken darüber.
Er hasste den Krieg. Er hasste es. Er hatte es genau gesehen. Die Explosionen, die Erschütterungen. Er hatte gesehen, wie sein Elternhaus in der Luft zerissen wurde, in roten, glühenden Flammen und nun - nun, nun vertrug er es immer noch nicht. Kein Blut, keine Gedärme. Es machte ihn Würgen. Es machte ihn zunieder. Er wollte weinen, sich verzweifelt den Kopf gegen den nächsten Balken schlagen. VERDAMMT!
Schnaufend, wackelig wich er der Übelkeit, tapste in den Raum zurück.Francis lag am Boden. Er selbst hechelte fast vor Aufregung. Verdammt..! Doch denn schließlich wanderte sein Blick, endlich hatte er sich gefasst, durch den Raum und er erkannte die Gefahr - und wie es ihm sein Liebster, sein goldblonder Liebster beigebracht hatte, zückte er seinen Colt. Um seinen Rücken geschlungen eine Kalaschnikov, doch ein Sturmegewehr war wesentlich schwerer zu bedienen und ungenauer als gewollt. Wenn er den Angreifer tatsächlich bedrohen wollte, war ein gezielter Schuss in die Stirn eine bessere Drohung als einzelne, schnelle Schüsse ins Nirgendwo. Er zielte genau auf Kyas Stirn. Plötzlich. Plötzlich, plötzlich, Hirnausfall. Er sah nur noch den Gegner, in Seitgalopp vor Francis sich stellend den Fein im Visir. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen.
Du hast es mir so beigebracht, du hast es mir so beigebracht.
"Francis. Steh... auf... der Feind.. steht vor uns.."
Er schnaufte. Pustete sich eine lange Strähne aus dem Gesicht. Und zitterte. Wenn nötig, würde er diesen Fremden erschießen. Er stand vor den beiden Männern, viel größer, stärker als er. Francis würde er beschützen. Sein Leben in den Abfluss der Hölle werfen für den Amerikaner, dessen braune Augen ihm den Sinn raubten.
"S.. steh gefälligst auf..!!"
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