Knallhart dem Boden entgegenstürzend schwindelte ihm sein Hirn. Die steinernen Platten öffneten sich und er brach durch, in ein Loch aus Schwärze und Nichts, hinein in ein tiefes Fallen. Scherben sein Gesicht hochschwebend, wie Alice im Wunderland, die in das Kaninchenloch fiel, so voller Erwartungen und Hoffnungen, war er nun, der Schwärze näher als dem Leben. Er sah es vorbeiziehen, seine eigene, qualvolle Geschichte. Mit weit aufgerissenen Augen betrachtete er die letzten Reste seiner Selbst. Mutter, Vater, Gabriel. Erinnerungen, wie Regenbogen entfesselt aus Glas, sich spiegelnd, zerbrechlich, schwach, zerklirrend in der Leere.
Wunderschöne Mutter, mit wallendem Haar, der Kastanienblüte gleich, Vater, unendlich klug und tiefgründig... Liebster, unweigerlich stark, bis zum Erbrechen treu..
Er übergab sich auf den Pflastersteinen. Seine verquollen Augen nahmen kaum seine Umwelt war. Blut spritzte. Es war geschehen. Menschen starben. Ein Mann knallte direkt neben ihm auf den Boden. Sein Thymus und seine weiteren Hirnteile verteilten sich auf dem Grund. Rions Augen waren leer. Tod. Tod. Tod. Überall um ihn herum. Wie ins Nichts war er getaucht und gestürzt worden. Es gab nichts mehr, nichts mehr um ihn herum, dass ihn liebte und beschützte. Es gab nur noch ihn selbst und seine dürftigen Erinnerungen. Er stemmte sich auf. Irgendwo... er konnte es nicht lokalisieren.... von irgendwo kam der Schmerz in ihm hoch und machte ihn würgen. Schlecht war ihm, gnadenlos widerlich das Gefühl in seiner Speiseröhre, als hätte er sich eine Zahnbürste zum Kotzen hineingesteckt und nun würde das Essen von allen vorherigen 12 Monaten wieder hochkommen.
Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll? Das hängt zum großen Teil davon ab, wohin du möchtest, sagte die Katze
Wenn er sich umsah, erblickte nur Zerstörung ihn und er erblickte die Zerstörung. Wenn er Francis ansah, war es ihm, als müsse er sich abwenden. Als könne er den Blick kaum ertragen und würde schweren Herzens bedauern und verleugnen, ihn so abscheulich zu finden. Seine Gedanken galten einem anderen, stärkeren Helden. Doch wo.. und wie.... niemals würde er ihn erreichen. Gleich einem schrecklichen Geheimnis zerstach es sein Herz.
Rion stand. Auf beiden Beinen. Schwindel. Als würden nur seine Füße ihn noch aufrecht halten. Wie betrunken packte er Max am Arm und zog ihn hoch, mit einer Stärke, die er nicht besaß, mit Muskeln, die nur in diesem Moment kontrahierten. Blut zog durch seine Nase. Im Schwindel taumelte er zu dem jungen Blonden, der da kauerte. Er blieb stehen. Er sah Dreck vor sich. Er sollte ihn erstechen, erschießen, erlösen. Doch in seinem Hinterkopf sah er die unendliche Liebe, die dieser Junge empfand. Sowohl für den Toten als auch für den Flüchtling. Er mochte es nicht sehen.
"Steh auf. Heb deinen Arsch. Jetzt ist nicht die Zeit zum Weinen."
Seine Stimme war klar und kalt, auch wenn er kaum aufrecht bleiben konnte und seine Beine zitterten wie Laub im Oktoberwind.Tatsächlich starrte der Fremde ihn an. Rion, mit seinen adeligen, reinen, blaublütig edlen rehbraunen Augen starrte wie die Eiskönigin selbst in diese leeren, trüben, sinnverlorenen Glubscher zurück. Er wollte ihn töten. Doch der beste Freund des Mannes, den er liebte, liebte diesen Mann.
"STEH AUF!"
Jules erhob sich. Er hatte Angst. Rion wandt ihm den Rücken zu.
Jules erhob sich. Er hatte Angst. Rion wandt ihm den Rücken zu.
"Du kommst mit uns."
Warum, warum tat er es? Wie eine Maschine, gleich einem Objekt, tat er es. Er wusste doch, was er wollte und tat doch das, was der Masse gut tun würde. Er wollte nicht und doch wollte er das Schlimmste verhindern. Und gleich eben dessen wollte er Glück und Freude und STÄRKE wieder über Francis Gesicht huschen sehen, wissend, dass Jenes nur geschehen würde, wenn er sich anstrengte und würdelos dafür sorgen würde, dass jener Freund seines Angebeteten Freude empfand. Es war wie eine widerliche Dreiecksbeziehung.
Er wollte ihn nichts anfassen.
"Du kommst mit. Maximillian. Pack ihn. Er gehört zu uns. Er ist deine Aufgabe."
Seine Freund, sein neuer Sklave folgte ihm, ohne zu widersprechen.
Rion liefen die Tränen. Francis. WO bist du hin.
Den Schritten folgend liefen sie in ein Haus. Francis war dort, Zig-Zag war dort. Leere war dort. Rion fühlte sich lang, hohl und dürr.
"Wenn ich ein Wort bebrauche", sagte Gogglemoggel in recht hochmütigem Ton, "dann heisst es genau, was ich für richtig halte und nicht weniger."
"Es fragt sich nur", sagte Alcie, "ob man Wörter einfach etwas anderes heissen lassen kann."
"Es fragt sich nur", sagte Gogglemoggelm "wer der Stärkere ist, weiter nichts."
"Francis...."
Er kauerte da vor seinem Freund und schien zu weinen. Nein, nein, er weinte nicht. Er weinte nie. Er war stark, stark wie ein Tiger, nie würde er weinen. Rion packte seinen Arm, zerrte ihn weg, zerrte ihn mit all seinen wenigen Kräften aus dem Raum und warf ihn gegen eine hölzerne Wand.
"HÖR AUF ZU FLENNEN!`
Blut rann immer noch aus seiner Nase. Seine Augen geschwollen, rot, seine Wangen ungewohnt rosig und von Tränen durchtränkt. Er klammerte sich, krallte sich fest an Francis Oberarmen, sein Kopf sank hinunter, sein Blick gen Boden Furchtbar dicke Tränen prallten dem Grund entgegen, zerplatzten.
Blut rann immer noch aus seiner Nase. Seine Augen geschwollen, rot, seine Wangen ungewohnt rosig und von Tränen durchtränkt. Er klammerte sich, krallte sich fest an Francis Oberarmen, sein Kopf sank hinunter, sein Blick gen Boden Furchtbar dicke Tränen prallten dem Grund entgegen, zerplatzten.
"Es ist alles...... alles.... gut........ wir sind alle am Leben........... und du.... du führst uns an.... und du gibst uns die Kraft weiterzumachen... du bist unser Licht und unsere Hoffnung.."
Er hob sein Gesicht und vielleicht seit langem, vielleicht das erste Mal, sah er Francis das erste Mal direkt in die Augen.
Er hob sein Gesicht und vielleicht seit langem, vielleicht das erste Mal, sah er Francis das erste Mal direkt in die Augen.
"Und DU hast nicht das Recht schwach zu sein! Wir verlassen uns auf dich!"
Er presste ihn an die Wand.
"DU hast versagt! DU hast versagt, Francis! Das Einzige, was du jetzt noch tun kannst, ist stark sein, stark sein für uns! Wenn DU nicht stark bist..."
Die Tränen vermehrten sich, sie flossen wie ein Bach von seinem Gesicht.
Die Tränen vermehrten sich, sie flossen wie ein Bach von seinem Gesicht.
",... dann haben wir.... alle nicht den Mut..... die Courage.... die Kraft... noch einen Schritt vorwärts zu tun.... bitte... bitte bleib stark..."
Sein Kinn wich an Francis Brust, er lehnte sich an ihn, schluchzte und zuckte.
"Bitte... ich will dich nie wieder schwach sehen...."
"Wenn du doch nicht so drängeln wolltest", sagte die Haselmaus, die neben ihr saß. "Man bekommt ja gar keine Luft mehr"
"Ich kann nichts dafür", sagte Alice voller Sanftmut; "ich wachse."
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