Die Schwachen und Kranken einfach zurückzulassen war noch nie Francis' Fall gewesen. Er war der Meinung, dass jede Seele gerettet werden kann. Ein echter Weltverbesserer sozusagen. Das war schon während der Highschool-Zeit so gewesen. Francis, damals Captain der Football-Mannschaft und zeitweise sogar Schülersprecher, glaubte fest daran, den ultimativen Zusammenhalt schaffen zu können. Tatsächlich folgten genug Schüler dem charismatischen Amerikaner und dennoch konnte er weder mobbing abschaffen, noch exzentrische Aussenseiter in seine heile Welt integrieren. Seine Anführerqualitäten hatte er dennoch nicht verloren und wenn seine nachkriegliche Endzeitstimmungsgruppe noch klein war, hatte er bereits wahnwitzige Visionen, so viele Überlebende wie möglich zusammen zu kratzen, um etwas Neues aufbauen zu können.
Und nun stand also ein potentielles neues Mitglied seines Wiederbelebungsprojektes vor ihm, wirkte jedoch nicht im geringsten so, als würde er sich über die Ehre freuen. Der Kleine verhielt sich wie ein bedrohtes, in die Ecke gedrängtes Tier, fletschte regelrecht die Reisszähne und knurrte Francis warnende Worte in nicht ganz leicht verständlichem Englisch zu. Die Argumentation des Jungen ergab durchaus Sinn, doch stand hier das Wohlergehen des kleinen Grüppchens auf dem Spiel und daran war als allererstes zu denken, da konnte der Amerikaner noch so sehr den guten Samariter spielen wollen. "Ok, pass auf. Ich will dir nicht wehtun. Wir sollten teilen, was wir finden." fing er an, den Jungen zu beschwichtigen. Seine Hände waren schweisnass und verkrampft, der rechte Zeigefinger, der immer noch um den Abzug gekrümmt lag, fühlte sich schon ganz steif an.
In einem der Nebenzimmer knarzte eine Tür. Beinahe synchron drehten sowohl Francis als auch der Fremde die Köpfe in Richtung der Geräuschquelle. Jetzt musste der Junge begriffen haben, dass er in der Minderheit war. Doch ehe diese Tatsache eine Wirkung auf den Kleinen zeigen konnte, überschlugen sich die Ereignisse. Mit einem ohrenbetäubenden Krach barst eines der grossen Fenster, das auf die Strasse hinausführte. Tausende Scherben flogen durch die Luft als stünde ein Messerwerfer im Raum, der fleissig für die Abendvorstellung übt. Mitten aus dem funkelnden Regen aus Glassplittern schoss eine Gestalt hervor und stürzte sich auf Kya, der näher am Fenster gestanden hatte. Francis hatte um sein Gesicht zu schützen, den Arm gehoben und sein Gehirn brauchte einen Moment um zu realisieren, was passiert war. Als er den Arm senkte lag der Junge am Boden und versuchte, das "Monster", ein stark behaartes Wesen mit den Proportionen eines Menschen, mächtigen Pranken, die denen eines Bären ähnelten und einem entstellten Gesicht, von seinem kleinen Körper zu drängen. Das lebensrettende Messer, das der Dunkelhaarige bis eben noch so selbstbewusst umklammert hatte lag nun in beinah unerreichbarer Ferne, doch hätte ihm die Waffe ohnehin nicht viel gebracht, denn allein die Wucht mit der er zu Boden gerissen wurde, hatte ihm die Rippen mindestens angeknackst und nun war Kya genug damit beschäftigt, noch Luft bekommen zu können.
"Fuck!" stiess Francis zischend aus, nahm sich kaum Zeit zu zielen und feuerte einfach auf das Ding, das vor Schmerzen aufschrie. Blut spritzte aus einer Wunde an der rechten Schulter des "Monsters", eine weitere Kugel hatte ein Loch in den Oberschenkel gerissen, mit dem dritten und vierten Schuss hatte Francis verfehlt. Die Wirkung verfehlt hatte die Aktion jedoch nicht, denn das Vieh liess von dem malträtierten Jungen ab und sprintete auf Francis zu.
Das Ding war schneller als gedacht, doch gelang der erste Ausweichversuch. Francis hatte es knapp geschafft, beiseite zu springen und einen Tisch umzuschmeissen, was seinen Gegner in noch grössere Raserei versetzte. Der geringe Vorsprung reichte gerade aus, um erneut die Pistole zu heben und den Abzug zu betätigen.
Klick. Mehr passierte nicht. Ein fataler Fehler. Nachzuladen war unmöglich und um die Flucht zu ergreifen war der Raum zu klein. Sein Herz raste als er, den Blick starr nach vorn gerichtet, ein neues Magazin aus seiner Hosentasche fummelte. Kurz bevor die wild fuchtelnden Pranken des Dinges ihn zu fassen bekamen, liess Francis sowohl seine Waffe als auch die dazgehörige Munition auf den Boden fallen und trat sie in Richtung des fremden Jungen. Im nächsten Moment wurde sein Körper umschlungen und ihm blieb die Luft weg. Als das "Monster" versuchte, ihm die Organe aus dem Körper zu quetschen, hörte Francis es einige Male leise knacken und er hielt auch keinen markerschütternden Schmerzensschrei zurück. Im Adrenalinrausch zappelte er wild und trat immer wieder gegen die Beine des weitaus kräftigeren Gegners ein und zerrte und rupfte an den pelzigen Armen, die ihn festhielten. Gegen dieses Ding war er chancenlos.
Und nun stand also ein potentielles neues Mitglied seines Wiederbelebungsprojektes vor ihm, wirkte jedoch nicht im geringsten so, als würde er sich über die Ehre freuen. Der Kleine verhielt sich wie ein bedrohtes, in die Ecke gedrängtes Tier, fletschte regelrecht die Reisszähne und knurrte Francis warnende Worte in nicht ganz leicht verständlichem Englisch zu. Die Argumentation des Jungen ergab durchaus Sinn, doch stand hier das Wohlergehen des kleinen Grüppchens auf dem Spiel und daran war als allererstes zu denken, da konnte der Amerikaner noch so sehr den guten Samariter spielen wollen. "Ok, pass auf. Ich will dir nicht wehtun. Wir sollten teilen, was wir finden." fing er an, den Jungen zu beschwichtigen. Seine Hände waren schweisnass und verkrampft, der rechte Zeigefinger, der immer noch um den Abzug gekrümmt lag, fühlte sich schon ganz steif an.
In einem der Nebenzimmer knarzte eine Tür. Beinahe synchron drehten sowohl Francis als auch der Fremde die Köpfe in Richtung der Geräuschquelle. Jetzt musste der Junge begriffen haben, dass er in der Minderheit war. Doch ehe diese Tatsache eine Wirkung auf den Kleinen zeigen konnte, überschlugen sich die Ereignisse. Mit einem ohrenbetäubenden Krach barst eines der grossen Fenster, das auf die Strasse hinausführte. Tausende Scherben flogen durch die Luft als stünde ein Messerwerfer im Raum, der fleissig für die Abendvorstellung übt. Mitten aus dem funkelnden Regen aus Glassplittern schoss eine Gestalt hervor und stürzte sich auf Kya, der näher am Fenster gestanden hatte. Francis hatte um sein Gesicht zu schützen, den Arm gehoben und sein Gehirn brauchte einen Moment um zu realisieren, was passiert war. Als er den Arm senkte lag der Junge am Boden und versuchte, das "Monster", ein stark behaartes Wesen mit den Proportionen eines Menschen, mächtigen Pranken, die denen eines Bären ähnelten und einem entstellten Gesicht, von seinem kleinen Körper zu drängen. Das lebensrettende Messer, das der Dunkelhaarige bis eben noch so selbstbewusst umklammert hatte lag nun in beinah unerreichbarer Ferne, doch hätte ihm die Waffe ohnehin nicht viel gebracht, denn allein die Wucht mit der er zu Boden gerissen wurde, hatte ihm die Rippen mindestens angeknackst und nun war Kya genug damit beschäftigt, noch Luft bekommen zu können.
"Fuck!" stiess Francis zischend aus, nahm sich kaum Zeit zu zielen und feuerte einfach auf das Ding, das vor Schmerzen aufschrie. Blut spritzte aus einer Wunde an der rechten Schulter des "Monsters", eine weitere Kugel hatte ein Loch in den Oberschenkel gerissen, mit dem dritten und vierten Schuss hatte Francis verfehlt. Die Wirkung verfehlt hatte die Aktion jedoch nicht, denn das Vieh liess von dem malträtierten Jungen ab und sprintete auf Francis zu.
Das Ding war schneller als gedacht, doch gelang der erste Ausweichversuch. Francis hatte es knapp geschafft, beiseite zu springen und einen Tisch umzuschmeissen, was seinen Gegner in noch grössere Raserei versetzte. Der geringe Vorsprung reichte gerade aus, um erneut die Pistole zu heben und den Abzug zu betätigen.
Klick. Mehr passierte nicht. Ein fataler Fehler. Nachzuladen war unmöglich und um die Flucht zu ergreifen war der Raum zu klein. Sein Herz raste als er, den Blick starr nach vorn gerichtet, ein neues Magazin aus seiner Hosentasche fummelte. Kurz bevor die wild fuchtelnden Pranken des Dinges ihn zu fassen bekamen, liess Francis sowohl seine Waffe als auch die dazgehörige Munition auf den Boden fallen und trat sie in Richtung des fremden Jungen. Im nächsten Moment wurde sein Körper umschlungen und ihm blieb die Luft weg. Als das "Monster" versuchte, ihm die Organe aus dem Körper zu quetschen, hörte Francis es einige Male leise knacken und er hielt auch keinen markerschütternden Schmerzensschrei zurück. Im Adrenalinrausch zappelte er wild und trat immer wieder gegen die Beine des weitaus kräftigeren Gegners ein und zerrte und rupfte an den pelzigen Armen, die ihn festhielten. Gegen dieses Ding war er chancenlos.
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